Sonntag, 17. April 2016

General advice concerning places

It never quite matched.

Her life, her hopes, her future, her people and her
places.

She never knew why she was
there.

And not someplace else.

If you don' t know
why you are
where you are,
make something
up.

Otherwise you' ll get lost in the story of your
ancestors.




Samstag, 16. April 2016

Noch

ist es nicht völlig
dunkel.

Aber so hell wie Gestern
wird es nie wieder.





Wir fliehen Ihn,

um Ihn zu nicht loben, uns nicht von Ihm annehmen zu lassen,
sondern Ihn zu imitieren,
nicht Sein Reich kommen zu lassen, sondern
unseres,
in dem wir alles kaufen können,
unser tägliches Brot und
Vergebung,
unseren Willen.

Wo es keine Schuld gibt, sondern wir nach
Schuldigern suchen,
die uns nähren,
damit wir keiner Versuchung
widerstehen müssen,
und täglich leugnen, dass wir es sind,
das Böse.

Denn das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit sind nicht bereits längst da
und sein,
sondern sollen geschaffen werden von
uns,
auf dass wir endlich
Er sind.

Natürlich wird er uns dafür töten.

Aber nicht einmal das überlassen wir Ihm.

Weil wir größer sein wollen als Er.

In Ewigkeit.












Mittwoch, 6. April 2016

Gottsucher

sind sie eigentlich, im tiefsten Grund ihrer eisigen, bösen, verwundeten Herzen,
diese verzweifelten atheistischen, ungeliebten, weißen
Männer
des Silicon Valley, die sich wünschen, dass wir unsere Seelen
downloaden in unsere Facebookprofile,
dass wir ewig leben und Raum-Zeitreisen unternehmen.

Gegen ein gewisses Entgelt,
zur entrichten via Paypal an
Alphabet und Co.

Sie halten Gott für nicht existent, sagen sie.

Und wollen doch um jeden erdenklichen Preis,
werden wie
Er.





Dienstag, 5. April 2016

Junge Literatur

ist immer gleich:
junge Menschen laufen durch die Gegend,
es wird geliebt,
oder sich danach gesehnt, gefeiert, Großstadt geschildert und -
ganz wichtig -
geraucht.

Immer gleich.

Brecht, Keun, Handke, Kracht, Rönne.

Wirklich Großes bringt leider nur der
Krieg
hervor.





Montag, 4. April 2016

von Rönne

eines will sie ganz bestimmt nicht sein, sagt sie:
die Stimme ihrer Generation.

Was sie zur Stimme ihrer Generation
macht.













Sonntag, 3. April 2016

Happy End

Meine Vorfahren
aus dem hohen Norden, verschollen
auf der einsamen tobenden See, jämmerlich krepiert auf Schiffen
an Krankheiten oder, mütterlicherseits
im
weiten, farbigen, singenden
Osten,
geächtet von
Nazis,
ausgerottet von Sowjets.

Ich sitze hier nachts unter Neonlicht und meine Geschichte ist die,
dass es draußen, obgleich es warm ist, regnet
und ich nur eine Daunenjacke dabei habe und
keine Kapuze und
mit meinem
Fahrrad mit dem defekten Tretlager nach
Hause fahren werde und
die Jacke hoffentlich trocknet bis
morgen.





Neues vom Ich

Ich
machte Pause vom
Ich.

Ich fand es sinnlos angesichts dessen, was
kommt,
"Ich" zu
sagen.

Ich war näher bei den
Meinen.

Wir verbrachten Zeit.

Ich und die
Anderen.






Samstag, 19. März 2016

The question of you

I stare at you
at night...

Are you a disease or are you
a
cure?

Will you ever be mine,
will I ever be yours?





Donnerstag, 17. März 2016

Meine berühmten Freunde

steigen in diesen
Regennächten
in dunkle
Limousinen und fahren
davon, größerem Ruhm und größerer
Ehre
entgegen.

Ich überquere die Straße mit ihren
armseligen, bunten
Reflektionen,
Schneematsch,
spiegelnden Pfützen.

Die Limousinen zischen vorüber.
Winkende Hände hinter verdunkelten
Scheiben.

Ich geh allein in mein bescheidenes
Vertreterhotel.

3.04 Uhr.

Draußen rauscht die Autobahn
neben dem
Fluß.






Freitag, 12. Februar 2016

Der alte KZ-Wachmann

Einfältig sieht er aus,
der 94jährige, der
KZ-Wachmann
in Auschwitz war und nun angeklagt ist,
mitschuldig zu sein am Tod von
170.000 Menschen.

Er tut mir leid.

Dass er nicht gestehen kann.

Hingegen sein Opfer, der Gequälte, der erleben musste, dass dieser
Mann seine Familie ins Gas geschickt hat,
ebenso alt, aber
immer noch wach,
immer noch klug,
immer noch lebendig.

Er berichtet von einer schönen Kindheit mit Musik und Sport.

Es scheint, dass es fast nichts Wichtigeres und Erfüllenderes gibt
für einen unglücklichen Menschen, als glückliche
Andere
zu töten.





Dienstag, 9. Februar 2016

Gedicht auf Leben und Tod

Als mein Vater auf der Intensivstation im Koma lag und es danach aussah,
dass er niemals wieder ein funktionierendes Gehirn haben würde,
fragten die Ärzte uns nach einer Patientenverfügung.

Gab es nicht.

Dann fragten sie uns, ob sie ihn reanimieren sollten,
im Falle eines erneuten Herzinfarkts.

Wir stritten.

Meine Mutter war dagegen.
Meiner Bruder war dagegen.
Mein anderer Bruder auch.
Meine Frau sagte, sie hätten Recht.

Ich war der Einzige, der Hoffnung hatte.

Und sei es die Hoffnung auf Heilungsmethoden, von denen wir
jetzt
noch nichts wissen.

Wenige Tage später starb mein Vater an
Nierenversagen.

Was ich nun immerhin weiß:
niemand würde mich zurückholen oder die Last auf sich nehmen, mich
am Leben zu lassen,
sollte mir etwas Ähnliches wie meinem Vater zustoßen.

Meine Mutter nicht.

Mein Bruder nicht.

Mein anderer Bruder nicht.

Meine Frau nicht.

Meine Söhne schon, aber die sind zu jung.

Und eine junge Muslima, der ich mich verbunden fühle,
obwohl unsere Körper einander nie näher gekommen sind als beim Händedruck
zur Begrüßung.

Sie sollte von diesem Gedicht erfahren.





Montag, 8. Februar 2016

The Final Cut

Immer, kurz bevor der Winter
endgültig den Frühlingsstürmen
weicht,
entzünden sich die Nagelbetten meiner Zehen.

Das war schon so, als ich Kind war
und Jugendlicher.

Mit 15
brachte mich meine Mutter zu unserem
Hausarzt, einem freundlichen alten Mann,
der meinen großen Zehennagel
mit einer Art metallischen Winde aus der vereiterten Wurzel riss
und dann ganz
herauszog.

Ich schrie wie am Spieß, keine Betäubung konnte diese Schmerzen
dämpfen.

Die Tränen unterdrückend zwang ich anschließend meine Mutter ins örtliche Karstadt
und bettelte lange, bis sie mir endlich Pink Floyds
"The Final Cut"
Album kaufte.

Blut sickerte aus meinen Schuhen auf den Linoleumboden
in der LP-Abteilung.

Ich spürte den Hass meiner Mutter.
Erst musste sie miterleben, dass ich solche Schmerzen zu ertragen hatte,
obwohl ich doch wissen sollte, dass sie das
belastet
und dann nutzte ich ihre Güte aus und sie musste mir eine LP kaufen. Was  in ihren Augen das Überflüssigste war,
was ein Mensch besitzen konnte.

Es war dann aber tröstlich zu hören, dass Roger Waters wohl noch größere
Schmerzen
zu ertragen hatte,
als ich.





Die Araber

von meinem Kiosk
haben beide große traurige braune Augen,
sind klein und sehr ruhig.

Einmal kamen türkische Jugendliche in den vollgestopften
Laden
und schrieen "Scheiß-Araber",
immer wieder.

Die Araber hinterm Tresen bewegten sich nicht,
schauten auf ihren TV-Schirm oben in der Ecke mit den arabischen
Nachrichten.

Sie sind immer hinter dem Tresen.
Sie verkaufen alle möglichen Zeitschriften, die sie niemals lesen.

Sie sind nicht
interessiert.

Sie sind Gott etwas näher als der Rest der Stadt.

Sie erwarten nichts, außer, dass man das, was man kauft, zahlt.

Ich stelle mein Vittel-Flasche auf den Tresen
und lege eine Tüte Nüsse dazu.

"Fünf Öro Swanschisch."




Sturmtief

Wir verwehen.
Wie Bonbonpapiere,
die in karnevalstrunkenen Straßen von sonnenhellen Sturmböen
hochgeschleudert
werden.

Im dröhnenden Himmelsblau ein wenig umherglitzern und ruckartig für immer
verschwinden.

Mein guter Vater, der gütig und klug uns beschützte und sein Haus sturmfest machte, als ich die erste Auszeichnung meines Lebens bekam,
mein guter Freund und Produzent, der mich vor allzu provokanten Torheiten bewahrte und nicht zu stolz war, mich nach Geld zu fragen,
mein Bassist, frei, psychotisch, verrückt, weise, mit seinen stinkenden Zahnruinen
mein Gitarrist, mit seiner Sehnsucht nach den eleganten New-Wave-Jahren in München,
meine liebe Oma, die bei Karstadt nach dem Krieg Bettwäsche verkaufte, mir Sahnebonbons gab, Karl May Bücher und seltene Briefmarken, die verschwunden sind,
meine Schwiegermutter, mit ihrer einfachen Gläubigkeit, ihrem unbeugsamen Willen, ihrem originellen Witz und ihrer Güte,
mein Schwiegervater, ein stolzer Mann um den hunderte Dorfbewohner weinten,
mein Freund der Dorfrocker, der Blut hustete, der Friedhof blau von Rockerkutten,
der größte Gitarrist aller Zeiten, der mich umarmte, weil niemand sonst ihn umarmte und einen seiner Hemdsärmel abriss und mir zum Abschied gab am Flughafen Schiphol
an einem sonnenhellen, stürmischen Februartag nach unzähligen durchwachten Nächten
zugebracht in einer Wand aus Lärm, Ausschweifung, Gelächter und Verzweiflung
-
tot.

The authorities say, my papers are in order and if I wasn' t such a coward, I would run.
Meet me on the other side of town.



Mittwoch, 3. Februar 2016

Nigger Jim

Louis CK did a stand up bit about it.

Reading Tom Sawyer
to his child
and leaving out the N-word.

I did the same reading Huck Finn to my son.

My son didn'  t realize it.

Thank God.

It' s not easy,
'cause it pops up about a million times
in this text
and  since my son can read,
I turned away
the pages
from him.

I managed.

I was proud.

And then, at 7.30 in the morning,
my son turns on the radio and
some singer
yells
NIGGER!!!!!!!
as an intro to a stupid pop song.

My son laughs his ass off.

That' s what he' s gonna yell in school all morning long.

Teachers will hate him.

He will fail all tests.

Girls will adore him.

He' ll be the alpha guy.

The alpha slave.

The top
nigger.



Im Flieger

Der Sauerstoff geht runter.

Die Frau neben mir schnarcht.

Alle hatten Termine.

Lesen iPads oder die kostenlosen Zeitungen,
die auch bald verschwunden sein werden,
weil nicht
digital.

Unten biegt sich Deutschland unter den knirschenden
Plastikflügeln.

Das Surren der Klimaanlage.

Turbulenzen.

Angeschnallt bleiben.

Schaler Tee im Pappbecher.

Müde Stewards.

Ehemals hübsche Stewardessen.

Das Land wird älter.

Wir arbeiten.



Karneval

Eins ist klar:
im Karneval geht es um Sex.
Ausschließlich.
Für alle über 16 auf jeden Fall.
Für Manager, Polizisten, Verkäufer, Krankenschwestern, Arbeiter,
Piraten, Clowns, Batmans, Star Wars-Kämpfer, Funkenmariechen,
Piloten, Stewardessen, Teufelinnen, Engelchen, Rut-wiieße, Soldaten,
Checkertypen, Hippebräute, Catwomen, Neger, Fantasiekostüme usw.
Es geht um Sex.
Alles geht.
Jeder mit jedem.
Millionen kommen genau deswegen her.
Saufen. Sex.
Jeder, wirklich jeder darf einmal im Jahr alle Hemmungen fallen
lassen.

Außer er
kommt aus
Nordafrika.



Montag, 1. Februar 2016

Telefonat mit der Mutter

Sie sei in der Klinik gewesen,
sie hätte einen Schwindel gehabt und
sich an der Wand abgestützt und dann hätte sie einen Rettungswagen
gerufen und wäre
Minuten später
in der Klinik gewesen,
wo man sie eine Woche da behalten hätte und durchgecheckt hätte,
CT, MRT, alles...

Sie sei absolut gesund.

Keine Anzeichen, die auf einen Herzinfarkt oder
einen Schlaganfall deuteten.

Mit den Beinen müsse sie etwas tun.

Wassereinlagerungen.

Nun ja,
sie sitzt 10 Stunden am Tag vor dem Fernseher,
isst ausschließlich fett und süß,
bewegt sich so wenig wie möglich.

Und mehr hat sie nicht?

Es ist ein Wunder.

Sie besucht ihre Kinder nicht, ihre Enkel nicht.

Sie ruft nicht an.

Sie schenkt ihnen hässliches, kaputtes, gebrauchtes Zeug zu Weihnachten und hofft,
dass es deswegen Streit gibt, aber ich sag', wir hätten uns gefreut,
danke, super,
toll.

Danke.

Und nochmals danke.

Das irritiert sie.

Sie will Krieg.

Sie spricht das Paket mehrmals an, entschuldigt sich, um Empörung zu bekommen.

Aber ich kann nicht mehr.

Ihre Sucht nach Streit.

Ohne Streit keine Nähe.

Andere Nähe ist nicht möglich.

Also keine Nähe.

Ich bin froh, dass sie lebt und möglicherweise richtig alt wird.

Auch wenn es niemandem etwas nützt.

Am wenigsten ihr selbst.





Bowie

Somewhere
I' ve read,
that back in his early
days in
London,
he used to sit in a teahouse
near Waterlow Park
in Highgate (not the 
rich part of Highgate)
and write.

Moments of peace at the beginning of a great career.

I used to do the same.

Write.

Not knowing he was right there, decades earlier.

Somewhere 
I must have those poems.

Somewhere 
buried under
papers and more
poems.

That he also will never be able to
read.





Sonntag, 31. Januar 2016

Die frühen Neunziger

wallende
goldene
Haare,
weit geschnittene Sakkos,
verschwenderische Jugend.

Tanzen.

Nicht mehr schreien und dagegen sein.

Prince...

Sex war noch nicht
komplett
entdeckt,
aber breitete sich fröhlich aus
in alle Richtungen.

Ein Versprechen.

Eine Möglichkeit.

Unschuld.

Vergangen,
gekauft.





Freitag, 29. Januar 2016

Things I wanna do

before I' ll get shot.
.
.
.

Nothing, really.




Ein Vater sein

fiel meinem Vater,
mitunter,
schwer.
Er selbst hatte nie einen.

Und so war es auch diesmal...seltsam.

Anfang der Achtziger Jahre.

Der Hof vor unserem maroden Häuschen sollte modernisiert werden.

Dort war bislang eine Fläche aus schorfigem,
Billigbeton,
die von Jahr zu Jahr,
Frost zu Frost
weiter splitterte, was besonders meine auf Status bedachte Mutter
zermürbte.

Der Plan war, den Beton wegzuhämmern, ein Kiesbett zu legen und die ortsüblichen
Hundeknochensteine
(Doppel-T-Verbundpflaster)
darauf zu legen.

Nur wurde dieser Plan nie mit uns, den Söhnen,
besprochen.

Wir waren doch groß, 15, 16 oder so.
Groß.
Stark.
Klug.
Ich hatte in Fabriken gearbeitet, in den Sommerferien, ich hätte helfen können.

Wir interessierten uns für den Zustand unseres Heims.

Aber meine Mutter und wohl auch mein Vater entschieden,
meinen Cousin aus dem Ruhrgebiet zu holen.

Der leuchtende, gut gelaunte Millionenerbe, der sein Leben ganz der
Lehre Rudolf Steiners widmete und so seine sämtlichen, unbestrittenen Talente, man kann sagen,
verkommen ließ,
war immerhin handwerklich begabt.

Also
pflasterten mein Vater und dieser Cousin den
Hof neu.

Meine Mutter war stolz auf ihren Neffen.
Gerne hätte sie Söhne gehabt wie ihn.
Vor allem solch vermögende.

Gestern Abend putzte ich mir die Zähne und sprach meinem Ältesten
Lob zu,
weil der etwas auf dem Klavier gelernt hatte und ich fragte mich,
weshalb
meine Eltern mir niemals Lob zuteil werden ließen.

Warum musste mein Vater diesen Cousin kommen lassen?

Ich dachte an den Hof.

Etwas schief die Hundeknochenfläche,
von oben links nach rechts unten.

Ziemlich schief!

Bestimmt ein halber Meter Höhenunterschied.

Fußbälle, Tennisbälle rollten immer nach rechts unten.

Und dann wusste ich, warum mein sonst so allwissender Vater den Cousin kommen ließ.

Weil er selbst es nicht konnte.

(Und der Cousin konnte es auch nicht so gut, wie behauptet.)

Das war es, was mein Vater verbergen wollte.

Und ich hab'  30 Jahre gebraucht, um es zu merken.

Mein Vater...
kein guter Steinleger, aber ein passabler
Schauspieler.






Donnerstag, 28. Januar 2016

God, though,

was always close.

But lately,
he seems a little
distanced.

How did he get into me?

Why is he leaving me?

Why is he returning?

Why am I not learning?

In the end
there' ll be a pat on the
back.

Dirt rumbles on the
coffin.



Close your eyes

and dream.

Open your eyes,
keep dreamin'.

Close your mind and
dream.

Open your mind,
stop dreamin'.



Mittwoch, 27. Januar 2016

Schreiben

"Wer schreibt, der bleibt",
schrieb mir ein Produzent,
der der Ansicht war,
ich sollte zu einem Projekt, dass ich für ihn akquiriert habe, schon mal was
schreiben.

Entgeltlos,
versteht sich.

Ich dachte über seine Worte nach.

Dachte über die Worte einer Freundin nach,
die mich vor ihm
gewarnt
hatte.

Dachte über mein Leben nach.

Ich helfe anderen,
verhelfe ihnen zu Gelegenheiten,
die sie nicht selbst erlangen können.

Wieso?

Ich weiß es nicht.

Antworten wären einfach und möglicherweise
unbequem für mich.

Ich dachte: so wie ich die Sache angehen, müsste es eigentlich heißen:
"Wer schreibt, der verschwindet".

Aber ist das nicht auch das, wie eigentlich
alles,
etwas Wunderbares?



Montag, 25. Januar 2016

A waiting room inside the artists heart

Please come
when
I' m done
with what I need to
do.

Please stay away, as long as I only
do
what I want to
do.




Literatur

"Papa,"
fragte der Große, nachdem ich ihm
Tom Sawyer gelesen hatte,
"warum muss das so spannend sein?"

"Weil spannende Geschichten
immer davon handeln, dass Menschen
Streit haben oder etwas wollen,
was der andere nicht hergeben will
oder einer weiß nicht, dass
der andere etwas will und so weiter,
es muss halt einen Konflikt geben."

"Kann man denn gar nicht mal andere Geschichten erfinden?"
fragte er.

"Was ist mit dem Frieden, dass niemand ihn besingen will?"
fragte Peter Handke.



The world tomorrow

we don' t like the fact
that things change.

We, the white population,
don' t like the fact, that the
"people of color"
begin
moving into "our"
countries.

We are still convinced, though,
that they will soon
embrace our values.

And in case they they won' t:
we have
the
biggest
and
deadliest
army on earth.

Because deep down
we know, those
values
only exist to
give us enough
freedom
to end
any known form of
humanity.

Not really looking forward
to all
this.



Samstag, 9. Januar 2016

Snowflakes

We drank
all night
and then we
staggered towards the house
where
she lived.

The angel.

Beautiful blue eyes, long brown hair
great body.

She and her family had fled from a different country and now she lived
here.

We were both madly in love with her.

But we were very good friends, too.

And whoever made the first move on her would kill our
perfect friendship.

So we deepened our friendship by telling each other
how much we loved her.

We actually sat under her window reciting poems,
drinking whiskey from the bottle.

Snowflakes melting on our faces.

A light went on in the house.

We hid.

It went out again.

We climbed this little mountain behind the house where she lived
still spitting great tones of
world literature.

Kafka.

Brecht.

Benn.

We were poets.

We were drunks.

Absolute idiots.

Still are.

She' s the only one of my old flames I' ve never managed to track down.

She might have been just a
fantasy.





Freitag, 8. Januar 2016

Lemmy

1987 in Völklingen.
Er hat mal in einem Interview gesagt, er spiele gern für Leute,
die Musik schätzten, die lauter sei als die Maschinen, die sie bedienen
müssen.

Die 4er Besetzung aus der Zeit des "Rock´ n Roll" Albums.
Unterschätzt, wie die
Band selbst
viele Jahre lang.

Er stand da vorne, den Kopf hochgereckt und in der Gegend,
in der ich aufwache, brachte man sein Erscheinungsbild vor allem mit
Rockern in Verbindung.

Ich kannte welche.

Ehemalige GIs aus den Garnisonsstädten in den Wäldern.

Sie überfielen Gaststätten und vergewaltigten Frauen.

Es war der Horror, ihnen zu begegnen.

Und jetzt zahlte ich Geld dafür.

Aber es war ja Show.

Seine Haare wehten im Wind eines Ventilators.

Es war etwas lächerlich.

Guter Sound.

Guter Abend.

Und davon abgesehen kann ich sagen, ich hab´ ihn noch gesehen,
den größten Rock´n Roller aller Zeiten,
ein musikalisches Genie.

Ein schwarzer Motown Star im Körper eines Stahlarbeiters.

Erfinder eines neuen Sounds,
Genie aus der Arbeiterklasse, mit unverwüstlich grobem Humor und absoluter Aufrichtigkeit in jeder Lage.

Er war einer der größten:

Philip John Taylor, Spitzname
"Philthy Animal."





Donnerstag, 7. Januar 2016

Kinderhand

Deine kleine Hand fest in meiner,
während wir im schwachen Dämmerlicht des Morgens die Ampel an den vierspurigen
Ringen
überqueren.

Eisiger Nieselregen,
kahle Platanen,
leere Brunnen,
Autos suchen Parkplätze,
Menschen auf dem Weg zu ihren
Arbeitsstätten,
aber deine kleine Hand fest in  meiner
und
manche sehen sie uns kurz
und
lächeln
und
du kriegst dein Star-Wars-Kinderheft
und die Kioskverkäuferin macht den Witz,
ob du das selber durchlesen willst und du lachst und machst den Spaß mit
und behauptest, du könntest schon lesen und das Heft fest umklammert
geht es weiter die Ringe entlang Richtung Kindergarten,
ich schon unter Zeitdruck,
du selig das Heft in der einen Hand und die andere in
meiner.

Wir überqueren die Straße erneut,
es regnet stärker als zuvor,
Bauarbeiter tragen eine Glasscheibe, du bleibst stehen, willst sehen,
was passiert, ich will weiter, es regnet, die Bauarbeiter bleiben stehen, sehen dich,
nicken kurz, du schaust zurück,
ich ziehe an der Hand,
es geht weiter.

Hinter der Glasscheibe der Eingangstür winkt
die Kindergärtnerin schon, als sie dich sieht
und stolz zeigst du deine
Star Wars Crogs,
was für ein Trash, aber egal, wichtig sind nicht die ästhetischen und
gesundheitlichen Bedenken, wichtig ist in diesen trüben Tagen nur eines:
dein Glück.





Dienstag, 5. Januar 2016

Die Nordafrikaner vom Bahnhof

Sie haben ihre schwarzen, jungen Körper,
ihre Muskeln,
ihre Penisse,
ihre Intelligenz.

Wenn sie Sex wollen mit deutschen Frauen
sind sie charming,
aufmerksam, lustig und
wagemutig.
Häufig erfolgreich.

Aber sie wollten etwas anderes.

Etwas, wovon wir viel haben und sie nichts.

Macht und Geld.

Für nur wenige Stunden einer Nacht waren sie
wie wir.



Sonntag, 3. Januar 2016

Pelzbesatz

Das ist schon erstaunlich, dass so viele moderne Mütter,
die ansonsten auf Ernährung und angemessenes Miteinander
achten,
den erstaunlich milden Winter
nur ertragen, wenn sich
an ihrer Kapuze un
und bei Regen und Schnee
somit direkt
auf ihrem Kopf,
vor ihrem Gesicht, die
Leichenteile bestialisch
gequälter
Pelztiere
befinden.

Immerhin bringt dies
ihre
wahre Natur
ein wenig
zum Vorschein.



Schon bald

ist es
10 nach 2.

Jetzt
ist es
10 nach 2.

Schon bald
ist es
11 nach 2.



Facebook

Viele meiner Freunde
sind in diesem Winter
auf der sonnigen Seite der Erde.

Sie posten Fotos von sich
am Strand,
mit exotischen Tieren,
mit Fremden,
in Bars,
auf Booten,
vor Stadtansichten.

Es sieht alles aus
wie Photoshop.

Sie sind nicht dort.

Sie sind nicht hier.

Sie sind nicht
echt.

Auch gut.



Fingernägel

Ich sitze am Tisch wie immer und alles ist
wie immer.

Die Streitigkeiten,
die Arbeit,
das Tippen,
das Essen,
die Hoffnung,
das Rauschen der Spülmaschine,
die Züge auf dem Bahndamm im Westen,
das Geschrei der grünen Papageien im Park,
der Regen,
die reglosen Zweige der alten Bäume,
die hängenden Köpfe der Blumen auf dem Klavier,
das Gebrumm der Autos draußen,
das Licht,
der Monat,
die Strohengel,
der Verstärker,
der Müllhaufen,
die herangerückten Stühle.

Nur meine
Fingernägel
wachsen.

Willkommen
bei den Toten.



Silvester

Mein Sohn und ich wir gingen am
Bahndamm
entlang, ließen Böller
krachen,
Farbkreisel rotieren.

Nasse Baumgerippe, der rissige Asphalt des
Wegnetzes über dem
Trümmerberg
aus der Zeit nach dem letzten großen
Krieg.

Hunde rannten auf uns zu und schnell wieder davon, wenn es
krachte.

Verärgerte Frauchen fauchten uns an.

Unten, auf der breiten Bahntrasse wieder ein doppelstöckiger
Regionalexpress.

Vollbesetzt.

Mein Sohn fragte, ob es mir aufgefallen war.

Ich wusste nicht, was er meinte.

Alle Leute dort im Zug haben auf ein Smartphone gestarrt.

Alle.

Ein neues Jahr beginnt.

Eine neue Ära beginnt.

Wir sind angeschlossen.



Mittwoch, 23. Dezember 2015

Orte

Ich wusch dem Kleinen
das Gesicht
mit einem Waschlappen, schaute
dabei kurz zur Seite
in die Vergangenheit
an einen Ort, an dem ich an einem grauen Wochentag stand und
nichts passierte,
es war an einer
Autobahnraststätte
im Norden Frankreichs
in den Achtziger Jahren.

Er fiel fast vom Kinderschemel und ich war sofort wieder
da.



Dienstag, 22. Dezember 2015

Geld

Noch heute weißt du genau,
wie viel Kohle dieser legendäre Kölner Partyveranstalter
damals,
vor 23 Jahren,
genommen hat, wenn er für einen großen TV-Sender
Event-Parties organisiert hat.

Eine Summe im sechsstelligen Bereich.

Für ca. 14 Tage Arbeit.

Du weißt genau, was er verlangt hat und was er versteuert hat.

Nichts.

Er wurde erwischt.

Zahlte nach.

Lebt heute auf Ibiza.

Du hast diese ganzen Häuser...

Wer sind diese Leute, für die Besitz alles ist?

Wer sind diese Leute, wenn der Besitz
dann
weg ist?



Freitag, 18. Dezember 2015

Kriegsschäden

Silbergrau gewölbte Dezember-
wolken
über den Neonpeitschenleuchten
auf dem Parkhausdeck.

Fleckiger Beton, bemoost, der Traum von Gleichheit aus den Siebzigern,
der Traum von Gemeinschaft,
von Zusammenhalt,
er hielt dem Winterwetter
nicht stand.

Mit schmerzendem Schädel
und Leere in der Brust
tragen wir die
in unsere DNA gebrannten
seelischen
Kriegsschäden
unserer Vorfahren
weiter und
weiter und
weiter.



Sonntag, 13. Dezember 2015

Aging

My chest hurts,
might be the heart.

My clock is ticking but I' m not afraid.

I' ve felt the rain.

I' ve seen the sun.

Trees.

Animals.

Beautiful eyes.

Mean ones, too.

God' s creation is hell and heaven
in one place.

Nearly perfect.

With or without
me.





Samstag, 12. Dezember 2015

Zuckerberg

What do you call someone who
invests 45 billion dollars
mainly
to stop
the human aging process?

And what do you
call him,
when he' s
succeeded?





Donnerstag, 10. Dezember 2015

Mittwoch, 9. Dezember 2015

Narziss

Wir alle sind uns sehr
wichtig
geworden,
seitdem wir uns der ganzen Welt mitteilen können.

Wie z.B. in diesem Augenblick
ich.

Selbstvergessen bespiegeln wir uns in den Weiten des
Netzes.

Wir haben uns erkannt.

Und werden niemals sterben.

...willkommen in der Hölle.



Dienstag, 8. Dezember 2015

Max Frisch

Wie sehnten wir uns
in den Achtzigern
nach der eleganten,
aussichtslosen,
kühlen
Welt von Max Frisch.

Montauk.

Homo Faber.

Stiller.

Was wollten wir überhaupt in diesen Büchern?

Und jetzt, mit den Auszügen aus dem Berliner Journal, ist alles wieder da.

Der Blick,
der Humor,
die Sätze, die man gerne anstreichen würde.

Beim Zahnarzt sitzend lese ich das dünne Buch, das mich als
trotziges Requisit aus anderer Zeit abhebt von den anderen
Patienten
und ihrem starren Blick auf leuchtende
Minibildschirme.

Man taucht ein in eine Welt, in der Literatur etwas gegolten hat.

In der Gedanken Staaten hervorbrachten.

Eine warme, zerbrechliche,
zerbrochene
Welt.





Samstag, 5. Dezember 2015

Deutsche Flüchtlinge

Als die Stimmung gegen die vielen syrischen
Flüchtlinge vor einigen Wochen zu
kippen begann, fingen die
Medien
an,
gegenzusteuern.

Die "Tagesschau" veröffentlichte unter dem Titel
"Flucht aus Europa"
einen Zusammenschnitt,
mit Archivmaterial
von Auswanderern auf dem Weg nach
Amerika und in die
USA.

Unter ihnen viele Deutsche!

Die Argumentation hinkt allerdings etwas.

Behaupten die Nachkommen der
von 18 Millionen auf 250.000
dezimierten
Ureinwohner der USA

Dennoch:

... seid willkommen, Syrer!

Wir brauchen Menschen, die weniger erfolgreiche
Völkermörder sind als wir.



Freitag, 4. Dezember 2015

Ein neuer Anfang

Jeder Tag
ein neuer Anfang.

Was ich noch alles sein könnte!

Heute.



Baden-Baden

Tiefe, sternlose Nacht.

Ich öffnete das Fenster meiner Dachkammer und hörte nur
Stille.

Ich stellte mir die reichen Menschen vor, die sich irgendwo
amüsieren.

Angeblich soll es einen Tunnel geben von dem teuersten Hotel des Ortes in das einzige
Bordell.

Tagsüber die verwelkte Frau Ende 40 mit dem russischen Akzent in dem
Touristencafé. Was wollte sie noch hier? Welche Geschichte wartete auf sie?

Hier.



Mittwoch, 2. Dezember 2015

Kill mortality

Right now
we have a reason why we should understand each other and get along.
Why we shouldn' t take everything so hard.
Why we should forgive and
why we hope:
It' s because we think
we' re all gonna die.

But very soon,
driven forward by men
(only men)
who have suffered as children,
dont´ t believe in anyything as adults and are
incredibly rich and powerful,
this will change.

Their aim is
to kill
mortality.

But what they' re really gonna kill is
humanity.



Your book

You said you have finished your novel.

And
I haven' t asked
what it is about.

Because I was too scared
that it is dull.

Which it probably is
but that' s what the market
wants.

Believe me,
I want you to succeed
in everything you do,
so your envy won' t
kill our
friendship.

But someday
you should write an honest book
that' ll last.

That' s success.

Ask Fante.

Ask Kleist.



My future

Only in the morning,
when everyone has left the house,
I am who
I really am.

While trying to catch up some
sleep
I can
see my future
in my dreams.

I wake up.

And don' t want to
step into my real life.

Which is a
good
life,
full of conflicts and
love.

Maybe
that' s why I want to stay in my dreams.

No conflicts,
no love,
no obligations.

Just...



Dienstag, 1. Dezember 2015

Weihnachten mit den Lieben

Wieder, wie schon letztes Jahr und das Jahr
zuvor
telefonieren wir wegen 
Weihnachten, Mutter.

Du kannst nicht kommen,
wir wohnen ja in der dritten Etage und
die drei Stockwerke kannst du nicht hoch gehen,
das wäre zu beschwerlich.
Du könntest fallen, dir etwas brechen und wärst nicht in der Lage erneut nach Berlin zu reisen oder auf die Kanaren, wie mindestens 
zweimal 
jedes Jahr.

Aber du willst auch nicht, dass wir kommen, das wäre zu viel
Stress
für uns.

Mit deinem Sohn, der in unmittelbarer Nähe wohnt und ebenfalls
ein
Kind hat,
möchtest du ebenfalls nicht feiern.

Du weißt nicht, ob zu deinem dritten Sohn fährst, der Rückenprobleme hat
und
deine Hilfe braucht.

Vielleicht, vielleicht nicht.

Es ist ungewiss.

Wie so vieles im
Leben.

In dem nur 
eines
gewiss ist.



Die Last der Vergeblichkeit

Ich war 10, vielleicht 11 Jahre alt.

Ein unglückliches Kind mit einer dicken Brille,
einem löchrigen Topfhaarschnitt und einem hässlichen Parka
von meinem reichen Cousin aus Düsseldorf,
dessen abgetragene Kleider
einen Großteil meiner 
von anderen Kindern verlachten
Garderobe ausmachten.

Ich saß stumm hinten im Auto und Du,
Mutter,
lenktest den Wagen durch den Novemberregen.
Die steilen Kurven hinauf zur Siedlung 
direkt neben der düsteren 
Kaserne aus der 
Hitlerzeit.

Ich kannte die Strecke so gut, noch heute könnte ich 
jeden Meter
beschreiben.

Die Fläche aus braun-gelbem, schmutzigem Laub, die den Hang 
hinauf wucherte
neben dem grob geteerten Bürgersteig,
der schmale Asphaltweg, der am Hang entlang in die
Kleinstadt 
führt.
Die Peitschenleuchten mit ihrem militärischen, diffus-orangen Lichtkegeln.
Die nassen, schwarzen Gerippe der
verkrüppelten Bäume
in den Haarnadelkurven.

Seit Tagen war es diesig und 
dunkel.

Du, Mutter, in Gedanken Lichtjahre entfernt, 
unglücklich,
abwesend,
kalt.

In dem kleinen Auto der Geruch von Benzin,
billigem Plastik und 
Schimmel.

Stärkerer Regen schlug an die Frontscheibe, die sofort beschlug.

Du fuhrst auch noch durch die nächste Kurve,
ohne den Scheibenwischer
eingeschaltet zu haben.

An jenem Novembernachmittag gab es, 
wie später an 
vielen weiteren Nachmittagen,
wenig Hoffnung.



Samstag, 21. November 2015

About God

It was cold outside,
the first cold day this year.
Winter was coming.
Cold wind blew
around the
grey cornerstones
of this
tenement.

At the other side of this wall, that separates my little family
from
the cold,
my three year old son was already in his bed
and I read him a long poem
about Santa Claus.

How he rewards the good kids and how he beats
the evil ones who never
obey.

He was worried.

I laughed and told him,
it' s just an old poem, it' s not true.

Santa Claus also gives the bad kids a present if they' re sorry about
what they had done.

"Why?"

I tried to explain, that this is what mankind
does.

"You regret, you apologize and you' re okay again."

"Why?"

"Because we humans are good.
God made us good.
He forgives us, even if we make mistakes."

My son looked at me.

Thought about it.

Thought about it some more.

Then he smiled and said:

"He must be really crazy."



Freitag, 20. November 2015

Stefan Zweig

Niemand schrieb so schön und ergreifend von den
Möglichkeiten
des Menschen,
Mensch zu sein.

Sternstunden der Menschheit
waren es aber vermutlich für die kleinen Mädchen 
eher nicht,
wenn sie auf den
Piephahn 
dieses eleganten Mannes
starrten,
der vor ihnen stand und
den Mantel aufhielt.

- Zweig, das ist ein Leben und Schreiben
im Konjunktiv.

Würde...



Donnerstag, 19. November 2015

Beware of happiness

The taxi stopped right where I wanted to go,
the driver didn´ have to stop at any red light
they were all green on the
way
there.

I stepped out.

It was raining,
I like that.

Someone had offered me a good job.

My kids are healthy.

My wife still likes me after all those years.

I hestitated for a second.

Looked around
carefully.

After decades of struggling,
fate
had given me
a break.

I was afraid,
I might get killed by a car
because
happiness
isn´ t something
that has a right to
exist.



Freitag, 13. November 2015

Hanseaten

Das Hanseatische an den Hanseaten ist immer
so herrlich geradeaus-
geheuchelt.





Sonntag, 8. November 2015

Das Alter der Frauen

Sie kam die Treppe hinauf gestampft,
riss die Zimmertür meines Sohnes auf und schrie:
"Das machst du nie wieder! Das nächste Mal meldest du dich ab und rennst nicht einfach weg! Ich weiß doch gar nicht, wo du hin bist! Nie wieder werde ich mit euch was unternehmen! Nie wieder!
Und sowas ist dann mein freier
Sonntag!"
Sie war außer sich.
Mein Großer kann sehr
ruhig
sein in solchen
Situationen.

Meine Frau stand daneben.
Ich musste nicht eingreifen.

Später saß
die Frau
in der Küche, Tränen
liefen über ihre roten,
furchigen Wangen,
meine Frau
kochte ihr einen Kaffee.

Der erfahrungsgemäß wenig taugt, um Nerven zu
beruhigen.

Die Frau hatte eine tiefe Verzweiflung in sich und
ich dachte an den Ausraster meiner Frau am Morgen, als sie den Dreijährigen zusammen
faltete, weil der an ihrem Geburtstagskuchen geknabbert hatte.
Sie würde nicht mehr mit ihm reden heute
und verschwand.

Türen schlugen.

Der Kleine krabbelte auf meinen Schoß und murmelte hasserfüllt etwas von der
"dummen Tussi"
die jetzt bestimmt heult.

Viele Mütter sind nie
ganz erwachsen
geworden.

Auf den Unsinn und die Ungezogenheiten ihrer
Kinder
reagieren sie wie
Kinder.

Und sehen sie die Kinder wachsen, aufblühen
und wie sie Persönlichkeiten werden
und spüren,
deutlicher als die Männer,
wie sie selbst
vergehen.

Sie sehen ihre jungen, starken Kinder und denken sich,
fast wie Hitler in seinem Bunker:
"Wenn ich schon dran glauben muss,
nehme ich alle mit!"

Selbstlose Liebe können nur diejenigen geben,
die den Tod nicht
fürchten.





Merkel

Was weiß sie, was wir nicht wissen, dass sie tut, was sie tut ohne auf uns
zu hören?

Wüsste sie Geostrategisches, das die Maßnahmen erfordert, die sie ergreift,
und teilte uns das nicht mit, da solche Dinge eben
nie
mitgeteilt werden,
wären wir erleichtert,
weil wir uns einfach nicht vorstellen können,
dass eine Politikerin, ein Politiker
etwas so Wahnsinniges tun würde,
wie eine Entscheidung aus

Menschlichkeit.





Samstag, 7. November 2015

Montag, 2. November 2015

Down

So I' m down.

This whole day I was
down.

The sun' s shining,
but I' m
down.

I ate,
was even invited, didn' t have to pay myself,
but I' m
down.

Will I ever be able to live a life
doing the things that I want to?

And don' t tell me, that' s what I should do anyway.

I have kids.

A wife who' s sometimes...
stressed.

Sometimes
evil.

But most of the time
poor.

I need money.

Need to sell my soul.

I don' t like myself, when I´ m
down.

In my business
it' s important to
smile.

I hate that and
hope to live
to see my kids as
grow-ups with bigger
smiles
on their
faces
than mine
right now.





Montag, 26. Oktober 2015

Wen ich heute sah

Meine Kinder,
meine Frau,
Eine fremde Mutter mit ihrem Kind auf der Straße,
Fremde, auf dem Boulevard neben dem Springbrunnen,
Eine Kollegin, die eine Woche in Urlaub war und mürrisch grüßte,
Eine Kollegin, die an ihrer Aufgabe verzweifelte,
Einen Kollegen, der glücklich war, dass er eine wichtige Aufgabe übernehmen durfte,
Einen Chef, der glücklich war, dass ich zu müde war, seine Quizfrage zu beantworten,
Einen Kollegen, der ein neues, teures Hollandrad gekauft hatte,
Fremde auf der Straße im Friesenviertel,
eine schöne Frau,
Eine Bedienung, die zu lange brauchte, um mich zu bedienen, ich ging wieder,
Eine Bedienung in einem Asia-Imbiss, die lange brauchte, mich zu bedienen,
Am Nachbartisch ein Türsteher mit brutalem, aber interessantem Gesicht,
Ein Autofahrer, der mich im Schlagschatten des Norman-Foster-Baus beinahe übersah,
Einen britischen IT-Experten, der mehrere Mitarbeiter in eine neue, komplizierte Software einwies,
die es erlaubt, fortan sämtliche finanziellen Transaktionen aus Übersee zu kontrollieren,
Eine Radfahrerin, die mich beinahe umfuhr, weil bei Rot ging,
Mein Sohn, der an mir hochsprang, mich umarmte,
Der andere Sohn schlief bereits,
Meine Frau mit verschränkten Beinen im Kinderzimmer-Sessel, zu erschöpft, um zu
grüßen.






Samstag, 24. Oktober 2015

Etwas ist anders

Etwas ist anders als früher.

Etwas scheint möglich zu sein.

Etwas zieht uns in einen Strudel
hinab.

Niemand scheint einen klaren Gedanken fassen zu können.

Eine Schuld löst sich ein

und

wiederholt sich.


Wir sind verflucht.






Mittwoch, 21. Oktober 2015

Frage

Mein Kleiner, er will nie die
Zähne putzen.

Erst sträubt er sich, schreit, wirft sich auf den Boden.

Nach geduldigem Zureden, das in der
Regel
nichts nützt,
trage ich ihn dann ins Bad,
er lacht, ich
nicht.

Wir putzen die Zähne, er will es so kurz wie möglich halten,
man muss ihn umklammern.

Ich erkläre, dass im Mund winzige Bakterien sind,
die an seinen Zähnen knabbern,
in der Nacht.

Er schaut mich zweifelnd an.

"Sind die böse?"

"Nein, aber die sind da und die machen deine  Zähne kaputt."

"Also machen die was Schlechtes?"

"Ja, kann man so sagen."

"Warum gibt es die?"





Dienstag, 20. Oktober 2015

Be cool

nothing
can phase you,
nothing 
can erase you.

Except god
who,
of all beings,
demands not 
to doubt
him.





Sonntag, 18. Oktober 2015

Ich denke an dich, Mutter

Jetzt ist sie in einer Klinik.

Ohne, dass sie eine akute Diagnose hätte.

Sie braucht die Zuwendung dieser fremden
Menschen
christlicher Zugehörigkeit,
obwohl sie die Kirche und die Bibel nicht mag
und
sich als
Buddhistin
bezeichnet.

Ich hoffe,
die Christen dort
lassen sie nicht hängen,
wenn sie an diesem kalten dunklen
Sonntagabend
allein
in einem kleinen Zimmer,
in dem nur der
Fernseher
bläulich flackert,
sitzt
und sich leid tut,
weil niemand angerufen hat.

Ich hoffe, sie lassen sie nicht hängen,
wie es alle
anderen taten.

Immer und immer wieder.



Samstag, 17. Oktober 2015

Frankfurter Buchmesse

Niemand,
den ich hätte treffen oder sprechen wollen
in diesen
längst nicht endlosen
Gängen mit
Bücherbuden.

Keine Geistesgrößen
da.

Langmähnige Frauen in Lederstiefeln,
die von komplizierten Lieben
in Israel
erzählen
oder davon,
dass Kinder
generell
Scheiße
seien.

Bei Suhrkamp eine schwarz-weiße
Fotogalerie
steinalter Männer,
die einst dem Land die Richtung
wiesen,
und deren Geist,
ertränkt in Rotwein und
süffiger Selbstgefälligkeit,
nur noch um die Sicherung des
Nachruhms und die
Abwehr der Gegenwart
kreist.

Wo ist die Jugend?

Ein Rockpoet in Jeans und T-Shirt,
schon etwas peinlich für Anfang Vierzig,
der auf der FAZ-Bühne
mit
matter Stimme
Anekdotisches
von sich
gibt
für die bebrillten Lockköpfchen aus den
Kulturredaktionen.

Reihen um Reihen evangelischer
Missionierungsschriften,
Christus
würde die schmierig grinsenden Verkäufer
prügeln.

Heraus
stach der Stand einer politisch unangenehm
rechten
Publikation,
wo eine blonde,
vollbusige,
tief dekolletierte deutsche
Studentin
Schriften
gegen Andere
feil bot.

"Einzig frischer Anblick",
registrierte ich erschrocken.

Deutschland,
sei wachsam!



Claire

Claire,
I wish,
I wasn' t so
smart.

I wish,
I couldn' t see through you like
glass.

I wish I' d fall for your
amazing
Parisian
charme.

"How can one not fall in love with you?"

But if you made
the
first move,
I' d probably
pass

out.



Lucy

Mit gesenktem Kopf und
leisem
Lächeln,
aus dem
Bitterkeit und
Weisheit sprachen,
forderte sie mich auf, mich
zu setzen.

Sie redete kaum, während ihre langen, kräftigen Finger
begannen, mich zu
massieren.

Sie erwähnte, dass sie aus Äthiopien stammte.

Die gleitenden, gleichmäßigen, dann wechselweise wieder sanften und fordernden
Bewegungen ihrer Hände
setzten meinen Körper von Kopf bis Fuß
unter Strom.

Tiefe Entspannung stellte sich ein, gleichzeitig
durchströmte mich nie erlebte
Energie.

Gleichmütig
sprach sie die Erektion, die sich
bei solcher Gelegenheit zum allerersten Mal überhaupt
in meinem Leben
bei mir
aufbäumte,
mit keinem Wort an.

Erotische Urmutter der Menschheit,
die mich in einer kurzen Nische des
des harschen Daseins
an diesem eisigen Regentag im Frankfurter Bahnhofsviertel
zu den Wurzeln unseres
Seins
zurückführte...

...beschrieb ich sie hilflos in
Gedanken.

Ihre Stimme fragte weiter
nach meinen Wünschen und meinem
Begehren.

Sie ließ nicht ab,
bis
uns schließlich
eine tiefe, rätselhafte
Vertrautheit
verband.

Ich war bereit für den eigentlichen Akt.

Mit einem Handtuch trocknete sie meine Haare,
hüllte mich in einem Umhang, geleitete mich zu ihrem
Arbeitsplatz und fragte,
ob sie die Ohren
frei
lassen solle.





Samstag, 10. Oktober 2015

Es tut mir leid

dass ich das sagen muss,
aber ihr langweilt
mit Eurem Stuss.

Eure Witze - ohne Haltung, ohne Charme,
Eure Seelen leer,
Eure Leben
arm.

Immerhin
verurteil´ ich mich
am meisten,
und kann´ s mir ja auch eigentlich nicht leisten,
dass ich häufig richte
und viel zu selten
dichte.

Reminder:
stop judging -
start living.




Donnerstag, 8. Oktober 2015

Social media

Ich "postete" etwas.

Sah mein Foto von früher
links im Bildschirm,

Ein Freund von früher antwortete.

Der gleiche Humor wie früher.



Wir frieren den Stillstand ein.



Und sterben.





Dienstag, 6. Oktober 2015

Klugheit Weisheit

Ich wär gern so viel klüger
als ich es bin.

Müsste mehr lesen
- die großen Denker.

Aber meine Kinder,
lassen mir nicht Zeit.
So verzichte ich aufs Wissen,
und begnüge mich
mit...
Weisheit.





Robin Hood

Der Große
hatte das Buch selbständig weiter gelesen,
nachdem ich ihm
den Anfang
vorgelesen hatte.

Er mochte die Geschichten von Kameradschaft,
Außenseitertum, Abenteuern.

Er mochte Robin Hood.

Irgendwoher müssen Werte ja kommen.

Er hatte bis kurz vor Schluss gelesen,
und hatte mir erzählt, dass alles gut ausgegangen war, er müsse jetzt nur noch die
letzten Seiten lesen.

Ich ging ins Wohnzimmer und las in einem Internet-Nachrichtenportal.

Wenig später kam durch den großen Raum in seinem Schlafanzug auf mich zu.

Verstört.

Mit Tränen in den Augen.

Empört, erschüttert.

Robin Hood wurde von einer Frau vergiftet und sein Freund kann ihn nicht
retten.

Ich ging mit ihm in sein Zimmer und las mir das Ende, das ich schon vergessen hatte,
durch, dachte nach
und erklärte,
dass es ein unnötiges Ende war.

Es wirkte wie nachträglich hinzugefügt, damit die
Geschichte in Erinnerung
bleibt.

Er sah mich an und wischte sich
die Tränen ab.

Er wird diese Geschichte nie vergessen.





Sonntag, 4. Oktober 2015

Tag der Einheit

Die Sonne blendete
am Fluss.

Wir,
die Frau, die Kinder, weitere Verwandte,
spazierten
am grell beschienen Kölner
Rheinufer
entlang
Richtung
Mülheimer Brücke.

Vorne warfen die Kinder Steine in den Strom,
hinten lästerten die Frauen,
die Männer gingen schweigend und im gebührenden Abstand
ziemlich Fremder
auf gleicher Höhe.

Es roch modrig, das niedrige
Wasser
hatte gärende Pfützen zwischen den glatt geschliffenen Kieseln hinter-
lassen.

Eine fette Frau in einem engen Sportdress machte Kickboxbewegungen,
jemand filmte sie mit einer
hochgerüsteten
Fotokamera.

Wir kamen zur Brücke und die Kinder bemerkten, dass das Brückengrün
abblätterte
und der Stahl marode
wirkte.

Wir aßen beim Türken,
das Fleisch war saftig und frisch
und perfekt würzig gegrillt.

Einer maulte, dass es kein Bier
gab,
die Stimmung blieb gedämpft und
die dramatischen Gesänge mit den orientalischen Tonfolgen,
aus den Lautsprechern
quälten die
banausigen Kinder.

Die Frau wollte mit der Fähre nach Hause,
die Verwandten mit der Bahn zu ihrem
Wohnmobil auf dem Campingplatz,
die Kinder wollten ein Taxi nehmen.
Ich hätte auch wieder laufen können
- wir teilten uns auf.

Als ich das Restaurant verließ,
war ich einen Blick zurück auf die türkischen Familien,
einig an langen Tafeln,
zumindest am
Feiertag.





Köln

Wir stehen auf der Mülheimer Brücke im gleißenden Oktoberlicht,
schauen bis zum Dom,
die Augen zusammen gekniffen,
aber
mein ältester Sohn will wissen, wie viele Meter
es sind bis unten, wo die
Schiffe ziehen,
ich sage, "20 vielleicht".

Der jüngere schaut nach oben:
ein Flieger.

Und, ja,
er hat Recht:
aus allen Richtungen
Straßen,
Schienen,
Luft- und
Wasserwege
in die
graue, fröhliche, schmutzige Stadt am ewig gleichgültig schnell
vorbei strömenden
Strom.

In Köln schaut man nicht nach unten.





Montag, 28. September 2015

Mother reloaded

...und liege dann
nach einer komplett durchwachten Nacht
- der Blutmond -
gegen 11 immer noch im Bett,
nachdem ich um halb acht die Kinder zu versorgen hatte,
gebe mich Tagträumen und einer
altogether
anderen Welt hin, als mein Handy, das auch Wecker ist,
klingelt.

Ich blinzle aufs Display:
mein Bruder.

Beschließe, ihn später zurück zu rufen.

Er hinterlässt keine Nachricht, was ungewöhnlich ist.

Vielleicht ist Mutter gestorben.

Ich denke an meine Zeilen von vor ein paar Tagen.

Denke aber auch an die Telefonate, die ich die Kinder mit ihr habe machen lassen,
weil sie sie nun mal nicht selbst anrufen will.
Sondern angerufen werden will.

So, wie sie auch niemals besuchen kommt, sondern besucht werden will.

Freue mich über den Rest versöhnlicher Kraft, den ich aufbrachte.

Und würde, wäre sie wirklich tot,
weinen.

Das immerhin fand ich heraus.

Heute morgen.









Sonntag, 27. September 2015

Flüchtlinge, Flüchtlinge

...wie kann es sein, dass
ich bislang nur einen von ihnen in der Stadt sah, aber
Millionen
in den Nachrichten?

Wenn sie die neue Realität sind,
lebe nicht eigentlich ich
wie ein Flüchtling?





















Donnerstag, 24. September 2015

Dieses Netz

eingewoben
in vollkommen rätselhafte
Alltagsgeräusche:
das Rauschen der Züge,
das Summen und Klickern des Kühlschranks
ein Auto auf regennasser Straße 
unten,
warte ich, dass 
etwas passiert.

Ein menschlicher oder tierischer Laut.

Es bleibt bei meinem
Nasehochziehen.





Sonntag, 20. September 2015

Danke, Mutter,

für deine völlige Verständnislosigkeit meiner Lage.
Danke, dass du sämtliche Versöhnungsangebote ablehnst,
und mit der Aggressivität eines Wespenschwarms die
Provokation und den Streit suchst, um den ganzen Hass auf dein
beschissenes, von falschen Werten bestimmtes Leben bei
mir abladen zu können.

Ja, ich weiß.

Es ist Teil deiner Krankheit.

Die du negierst, wenn ich sie erwähne, jedoch sofort geltend machst, wenn
ich behaupte, dir ginge es doch gut.

Borderline Syndrom, unheilbarer als Krebs.

Verwandelt Menschen in totalitäre Monster.

Ohne Rücksicht schreist du mir in unflätiger Sprache deinen Hass entgegen und forderst gleichzeitig Mitleid
dafür ein,
dass du dich so entwürdigend und verletzend aufführst.

Heute hast du während des sonntäglichen Telefonats, inmitten des üblichen, emotionalen
Tsunamis in höchster Lautstärke, die zu erwidern mir heute die Kraft fehlte,
immerhin zum ersten Mal gesagt, "Ich liebe euch doch".

Du meintest deine Söhne.

Nicht deine Enkel, nicht unsere Frauen, die du mit Inbrunst hasst und verfolgst.

Trotzdem danke.

Vielen Dank.





Rückkehr

Wir kamen aus der schmuddeligen Pizzeria nicht raus.

Die Bedienung war weg,
niemand konnte Geld entgegen nehmen.

Es war Abend, der Laden war leer. Nur wir waren da.
Die Kinder waren unruhig.

Auf dem Boulevard vergnügungswütige
Nachtschwärmer.

Feiervolk.

Aus dunklen Wolken begann
es zu regnen.

Die Tür zum Boulevard stand weit offen.

Der Kleine sagte:
Was wenn der Regen hier rein kommt und wir ertrinken?

Ich konnte ihn mit wenigen Worten beruhigen.

Endlich kam die Bedienung zurück.

Ich überlegte kurz, was sie gemacht haben mochte.

Auf dem Klo war sie nicht.
So, wie sie aussah: jung, etwas zu sehr strahlend,
dunkle Haare, schlank, abenteuerlustig:
Sex oder Drogen.

Wir eilten zwischen den ersten Tropfen hindurch nach Hause.

Die Frau, ihrer beiden Mutter, war beinahe zwei Wochen weg gewesen.

Wir wollten ihre Ankunft nicht verpassen.

Plötzlich schrie der Kleine auf, als er sah, dass oben in der Wohnung Licht anging.

"Mama! Mama!" Schreie hallten über die Straße.

Sie stürmten die Treppe hoch.

Ich war unten, um ihre Fahrzeuge zu verstauen und sprach kurz mit dem
Wohnungsgeber, der dort etwas baute und den ich nicht einfach stehen lassen konnte und
wollte.

Eine gestohlene Minute, in der nicht passierte,
was vorgesehen ist,

Dann schrie der Kleine meinen Namen
ins Treppenhaus.

Ich lächelte.

War es zu viel Glück für ihn allein oder spürte er, dass
etwas nicht ganz
stimmte?





Freitag, 18. September 2015

130 Seiten

deines neuen Romans
sind nun fertig,
sagst du.

Ich spüre, wie sehr dich ärgert, dass ich nicht frage, wovon er handelt.
Ich frage, wovon er handelt und vergesse es
sofort wieder.

Nachts dann der Gedanke,
dass ich darin vorkommen könnte.

Es wäre schlimm, als widersprüchlich, zerrissen und unehrlich geschildert zu werden.

Noch schlimmer wäre das Gegenteil.

Von manchem Menschen
möchte man
nicht
beurteilt
werden.

Zum Beispiel
von mir.





Le père

wie kann ich mein
eigen Fleisch und Blut anschreien und verwünschen?

Und
wenige Minuten später
summe ich die beiden
in den Schlaf,
webe sie in einen Kokon aus
Harmonie, leiser Freude und
Frieden.

Ich liege zwischen ihnen,
auf dem kalten Boden,
sie auf Matratzen.

Die Mama ist weg.

Sie greifen beide nach meinem Arm
bevor sie einschlafen.

Dann atmen sie leise und gleichmäßig und ich küsse sie
auf die strubbeligen Haare und schleiche mich aus dem
Zimmer.





Samstag, 12. September 2015

Poesie

Leben
angesichts des
Todes
verdichtet
in Sprache.

Wenn der Tod nun
bald schon
wegfällt...

Man wird die Zukunft besingen
aber nicht,
wie einst
Kerouac,
voller
Euphorie.





Erhabene

Du bist groß, blond,
stark,
eine aufrechte, ehrliche Frau,
jünger und stärker als ich,
leider allerdings etwas
unnachsichtig.

Alles musstest du dir erkämpfen,
kein Bonus für
Lieblichkeit.

Nordisches Gesicht, Adlernase.

Wir hatten und haben nur wenige
Überschneidungen.

Chaqu´ un pour soi.

Eine angenehme Übereinkunft.

Dann waren alle weg und ich träumte im Tiefschlaf eines freien Morgens
im Bett,
im Hellen.

Eine Besprechung,
der ich widerwillig folgte,
arrogant und abwesend wie ein
gelangweilter
Herrscher,
auf einer Couch italienisch kubischen Stils
in bordeaux,
am Fußende
liegend.

Jemand griff mich mit Worten an.

Es kümmerte mich nicht.

Da kamst du zu mir auf die Couch und unvermittelt nahmst du meinen
Kopf und legtest ihn
an deinen.

Ich war geborgen, bei dieser ruppigen Frau.
Du warst schwanger zu diesem Zeitpunkt.
Alle wussten es und sahen was du tatest:
ein stummer Skandal.

Ganz
amüsant.

Ich erwachte und wunderte mich und spürte, dass da etwas war, das ich gar nicht
gespürt hatte.

Bislang.

Ich fuhr zur Arbeit.

Außentermin.

Wir standen in einem Einkaufszentrum
draußen vor der Stadt und überwachten den Fortgang
der Dreharbeiten.

Wir begrüßten uns mir dem üblichen Küsschen links, Küsschen rechts.

Und dann gingst du weiter und streiftest im Abschied tatsächlich unanständig langsam
mit deiner Hand meinen Arm.
Jemand sah das und wunderte sich,
du warst ja glücklich schwanger.

Wir werden uns sobald nicht mehr sehen.

Vermutlich nie.

Du wirst ein Kind haben und dein Stolz wird wachsen,
und ich werde an den Tag denken,
als ein Traum ins Leben ragte wie eine
schillernde, heitere Blase,
in der ich
kurz
wandelte,
mit dir.





Unberechenbar

Ich zog hinaus und wollte
Selbstverwirklichung.

Ich bekam Geld und wurde ein wenig
korrupt.

Bequemlichkeit besiegte leider
Narzissmus.

Ich gab mir Mühe und pflegte den Narzissmus und wurde
unerwartet beschenkt
mit selbstloser
Liebe.

Verwirrend.

Dann nahm ich eine Prise Ruhm.

Als man mich zu kennen glaubte und mit Geld locken wollte,
entschied ich mich
zu meinem eigenen Erstaunen
für die
Ungewissheit.

Das führte zu Zorn.

Man hatte mich anders eingeschätzt.

Es machte keinen Sinn.

Arm und dumm
bin ich
zu unberechenbar,
selbst
für mich
selbst.





Höflichkeit

ist eine Distanzwaffe.

Ideal für
Trennungen,
den finalen
Dolchstoß.

Auch gerne mal ins eigene Herz.

Bitte keine Gefühle.

Die nehmen wir mit.

Lagern sie ein.

Werden wunderlich.

Ein Zucken im Gesicht,
das sich nicht mehr abstellen lässt.

Ein Blutdruckmesser am Oberarm, der
immer dran
bleibt.

Ich mag Höflichkeit.

I can only be
touched

by
benignity.








Samstag, 5. September 2015

Regen, Regen

willkommen!

In dichten
Schwaden vertreibst du den Schweiß und das
Gleißen
des dummen Sommers.

Hülle mich ein
in
die Nacht,
schwarz,
leer,
frisch.

Bring die Erinnerung an die Nächte...

Wir in der warmen Wohnung, dem Bett, das wir nicht mehr verlassen,
außer um Alkohol zu holen und
Zigaretten.

Niemals war ich freier
als in jenen Regennächten,
trunken
vor
Leben.

Es
bleibt
Regen.





Sonntag, 30. August 2015

Der Flüchtling in meinem Garten

Draußen,
unten,
zwei Stockwerke
tiefer,
ist ein großer
Garten,
den alle im Haus
nutzen.

Aber seit ein paar Tagen betritt ihn niemand mehr.

Ein Flüchtling
liegt
im Garten.

Tagsüber liegt dieser
schmale, junge Mann afrikanischen Aussehens
auf einer Pappkartonunterlage und
rührt sich
nicht.

Erst dachte ich, er sei
tot.

Dann ging ich runter, ging näher ran und sah:
er atmet.

Nachts steht er auf und sammelt Flaschen.

Das haben mehrere im Haus
gesehen.

Ich dachte nicht weiter über ihn nach.

Er wird sich hoch kämpfen, dachte ich.

Wenn auch vielleicht nicht in
die großzügigen
Altbauwohnungen
dieses Hauses.

Vielleicht aber auch bis zu einem Eigenheim, wie ich es nie besitzen werde.

Dann war ich zu Gast bei einer guten Freundin.

Sie hatte gekocht und ihr Mann hatte einen guten Wein aufgemacht.

Es gab Dorade.

Das Thema beim Essen:
Flüchtlinge.

Der Mann wetterte über die Nazis im Osten.

Er als alter SPD Mann könne er nicht verstehen, dass man nichts gegen die Nazis
in Dunkeldeutschland machen könne.
Er würde sie alle deportieren nach Mecklenburg-Vorpommern
und einen Zaun drum herum ziehen.
Bären, Wölfe und gefährliche Raubtiere aller Art würden den Zaun bewachen und sich so
ungestört
vermehren können.
Also die Tiere - nicht die Menschen!

Lachen.

Und dann sagte seine Frau, sie war früher bei der "konkret":
das glaubst du ja nicht wirklich.
Doch, doch!
Wieder Lachen.
Ich denke, er würde nicht persönlich helfen, Lager zu errichten und Menschen zu deportieren,
aber wenn Politiker auf die Idee kämen,
die Gesetzte dahin gehend zu ändern,
dass so etwas möglich würde:
er würde dafür stimmen.

Pack.

Meine Freundin, eine Literaturagentin,
gab kleinlaut zu, dass sie, obwohl sie ein Haus von vierhundert Quadratmetern
zu zweit
bewohnt,
keine Flüchtlinge aufnehmen würde.

Es fehle ihr die Größe dafür.

Ich grübelte und sagte schließlich:
ich würde einen aufnehmen.

Einen Afrikaner.

Meine Kinder könnte eine Fremdsprache lernen,
ihren Horizont erweitern.

Ich würds machen-
hätte ich ein Haus.

Dann erzählte ich von dem Flüchtling, der tagsüber immer reglos im
Rasen
liegt.

Meine Freundin schaute mich an und konnte
nicht glauben, dass ich ihm nicht wenigstens
Geld oder Essen gegeben hatte.

Sie hatte Recht.

Bald darauf verabschiedete ich mich
und ging
heim.

Ich suchte noch in der Nacht nach dem Flüchtling.

Er war weg.

Auch am nächsten Morgen tauchte er nicht mehr auf.

Hoffentlich
kümmert sich jemand um ihn.

Ein besserer und klügerer Mensch
als ich
es bin.



Donnerstag, 27. August 2015

You people,

you care about nothing!

Yes, yes, yes!

Because you´ re smart.

We should
work
together
more.

Just kidding.




Mittwoch, 26. August 2015

Frühlingsvogel

Motten flattern in den Neonröhren,
sonst keine Geräusche im Büroraum.

Draußen die Parkhausrampe
und der Parkplatz des leeren
Fitnessstudios.

Plötzlich,
mitten in der klebrigen
Spätsommernacht,
das Trällern eines
Zaunkönigs
durch
das offene Fenster.

Sofort bin ich im Kinderzimmer
in der Ringsiedlung
in den Siebziger Jahren.

Meine Eltern verstehen sich noch und freuen sich über ihre Kinder.
Frühe Sonnenstrahlen fallen auf mein Gitterbettchen.

Erfüllt von Freude
auf
den Sonntag,
das Leben,
taumelte der kleine, blonde Junge blinzelnd in
das lichtdurchflutete Wohnzimmer, wo
angenehme Musik spielte und ihn die Eltern anlächelten.

Ahnte er damals,
dass es einmal werden
würde
wie jetzt?





Montag, 24. August 2015

Foreshadowing

Du entfernst dich weiter und ich bin müde,
dir
zu folgen.

Du warst eigentlich schon immer
weg.

Wenn du demnächst stirbst,
ist eigentlich fast alles

wie
immer.





Im Park

Neben dem Fernsehturm,
mitten auf der weiten,
vor Grün strotzenden
Wiese lag ich
im Grüngürtel
und
las einen Artikel
über Eichenfässer und ihre Verwendung
in der Whiskyherstellung.

Um mich herum das Rauschen der Bäume,
das mit jedem Windstoß, der ins Blattwerk fuhr
erneut aufbrandete,
wie die Dünung
eines
Meeres.

Überall Menschen, die lagen und lasen.

Ein Obdachloser kam und wollte Getränke verkaufen,
aber er fragte so schroff und war so kurz angebunden,
dass ich nichts bestellen konnte, obwohl ich eigentlich
wollte.

Am Abend kam dann ein Gewitter auf.

Mitten in der finsteren Nacht
wütet es noch
immer.

Ich frag mich, wo er ist.





Samstag, 22. August 2015

Die Züge, sie fahren ins Nichts

Dieser eine Ausflug, den mein Vater mit uns machte, als ich klein war,
8 Jahre alt vielleicht,
mein Bruder war jünger und
erinnert
sich nicht mehr...

Mit einem roten Schienenbus im gewundenen Naheflusstal,
kleine Ortschaften unter riesigen Felswänden,
immer den mäandernden Fluss entlang,
grüne Auen, blühende Bäume,
rotgelbe Reklameschilder,
Menschen, die badeten und winkten,
dann hielten wir in Bingen und stiegen aus.

Starrten auf den
gewaltigen Strom.

Das gewaltige Tal,
die qualmenden Schubschiffe.

Wir nahmen eine Fähre,
nach Rüdesheim.

Dieselgeruch im Flusswind.

Hinauf durch enge Gassen zwischen Fachwerkhäusern.

Ein Foltermuseum.
Ich wollte alles darüber wissen, aber nicht alles wurde mir gesagt
und das Grausame stets so, als betreffe es mich nicht.
Als gehörte ich zu einer anderen Spezies, die so etwas nicht
macht.
Diese Art von Barbarei, das war schon hunderte von Jahren
her,
sagte er,
leise, damit mein Bruder nichts hört.
Menschen waren so
früher.

Dann ganz oben unter dem riesigen Germania-Denkmal,
unschuldig fand ich alles daran großartig und die riesige Frau mit dem Schwert
auch ein wenig
erotisch -
damals schon.

Wir besuchten die Greifvogelschau.

Ein Adler landete auf dem Arm eines Mannes,
flog wieder auf in den Himmel
und drehte seine Runden hoch über dem
Rhein.

Ich war restlos beeindruckt, wollte nicht mehr weg.

Mein Vater war seltsam still.

Er war an dem Augenblick angelangt, an dem er aus einer vollkommen aussichtslosen
Existenz,
einem Leben und einer Herkunft ohne jegliche Chance,
etwas gemacht hatte.

Eine schöne Frau, ein kleines Haus, eine angesehene Stellung,
und Söhne, die ihn
bewunderten.

Zurück fuhren wir in der frühen Dämmerung mit einem Zug, der von einer
Dampflok
gezogen wurde.

Das hohle, tiefe, metallische Bollern, das Fauchen, das Quietschen und die unvorstellbare Menge an Ruß
begeisterten mich und
machten mir
Angst.

Die Sonne ging unter hinter den Weinbergen
und schroffen Felswänden einer verwunschenen Region,
in der es nun niemanden mehr gibt
aus meiner Familie.

Aus der auch alle anderen weg ziehen,
seitdem die Army nicht mehr dort ist.

Mein Vater...
... wollte Wurzeln schlagen und uns begeistern.

An diesem Tag
waren wir
begeistert.





I can´ t go on like this

I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this
I can´ t go on like this





Donnerstag, 20. August 2015

Immortality

Morgens in einem Café in der Südstadt mit
französischem Namen und dem besten Kaffee und freundlichen Wirten, die
ein paar Brocken Französisch sprechen
fürs Flair,
die Süddeutsche aufgeklappt,
so treffe ich dich
an.
Am Nebentisch
hagere Frauen Anfang 40,
die ihre Kinderlosigkeit und ihren
Alterungsprozess
besprechen, verzweifelt in langen Röcken,
Hass in ihren Gesichtern, die Macht
ausdrücken und den unbedingten Willen, sie
durchzusetzen, ginge
es zurück Richtung
Familie,
Normalität,
d.h. entstünde eine Situation, in der sie
abgeben müssten
von ihren
Buttercroissants.

Du gibst dir Mühe, originell zu sein und
könntest es sein,
würdest du nur häufiger zweifeln, dass du
es
bist
und nicht ausschließlich
nach Bestätigung
suchen,
in der es z.B.
möglich sein muss, dass man Frauen einfach kauft,
das gefällt denen doch auch,
dir würde es gewiss gefallen,
wärst du in der Situation,
sagst du
und ich denke:
In all den
Jahren,
als du kein Geld hattest, die Dinge
zu kaufen, die gerne haben wolltest, die
Filme
zu drehen, die du gerne drehen wolltest,
die Bücher zu schreiben, die du gerne schreiben wolltest:
warum hast du es nicht
gemacht?

Ganz einfach:
du musstest nie Filme drehen,
Bücher schreiben,
Dinge kaufen.

Du wolltest gerne.

Und tust es dank Anderer, die ebenfalls
nur etwas
wollen.

Aber nichts müssen.

Und so sind
die Bücher und Filme und Dinge
deines Lebens
nun.

Du hast dich von den Falschen ficken lassen.





Nutzlose Heiterkeit

Ich saß nach einem
langen Tag 
selbständiger,
entfremdeter Arbeit
im japanischen Restaurant,
aß allein die 
Teriyaki-Box und las dabei auf meinem Smartphone
eine Übersicht der Charaktere des Romans
Felix Krull.

Das spießig folkloristische Ambiente wurde, nicht zu aufdringlich, 
beschallt
von kurios geschmacklosem
80er-Jahre-Hardrock.

Damals nervte es, wenn Bands wie Poison, 
Mötley Crüe, Aerosmith im 
Radio liefen.

Wie angenehm war es jetzt, von diesem geistlos-optimistischem Müll
umworben zu werden.

Eine Verlockung überkam mich, für alle Zeiten den Fragen nach dem Sinn und dem wohin 
zu entgehen
und mich
stattdessen
den simplen Emotionen hinzugeben,
die diese Musik 
ausdrückte.

Anpacken, erobern, durchhalten, siegen.

Nimmer mehr Sublimes, Sehnendes.

Einfach nur stumpf dieses Leben zu Ende leben.

In Kraft und Einfalt
bis in alle Ewigkeit.

Cause I'm alive
Live Wire
Cause I'm alive
I'm a Live Wire
Cause I'm alive
Live Wire
Cause I'm alive
I'm a Live Wire.







Mittwoch, 19. August 2015

Mind the sun

Nico?
The sun killed her.

Neal Cassady?
The sun killed him.

This nine year old whose parents got killed by the sun
because they left him their water portion?

He lives.